Kinderkanal setzt pro-Beschneidungs-Propaganda auf Programm

    • Das würde ich nicht so vorschnell sagen wollen...

      Wir sollten erstmal mit Sicherheit feststellen, ob es wirklich eine Regelung laut türk. Gesetzgebung gibt, die direkt und explizit die Durchführung v. Circumcisionen nur auf Ärzte beschränkt.

      Dann müsste geklärt werden, ob die Rechtslage zum Zeitpunkt der Dreharbeiten schon galt.

      Das wäre in der Tat erstaunlich -- gerade vor dem Hintergrund, dass bislang die Mehrheit der in der Türkei vorgenommenen kulturellen bzw. religiösen Beschneidungen von traditionellen, d. h. nicht-ärztlichen Beschneidern praktiziert wird.
    • Ich habe jemanden zu Hand.
      Was brauchst denn?
      • Die Vorhaut kann mit einer Rosenknospe verglichen werden. Wie eine Rosenknospe wird sie erst blühen, wenn die Zeit gekommen ist. Niemand öffnet eine Rosenknospe, um sie zum Blühen zu bringen (Dr. med. H. L. Tan).
      • Alle Wahrheit verläuft in drei Stadien: Im ersten wird sie verlacht. Im zweiten wird sie vehement bekämpft. Im dritten wird sie als selbstverständlich anerkannt (Arthur Schopenhauer).
      • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
    • Sokrates schrieb:

      Wir sollten erstmal mit Sicherheit feststellen, ob es wirklich eine Regelung laut türk. Gesetzgebung gibt, die direkt und explizit die Durchführung v. Circumcisionen nur auf Ärzte beschränkt.

      Die Frage ist doch, ob es überhaupt im deutschen BGB eine eindeutige Arztpflicht auch bei Jungen über sechs Monate gibt. Schauen wir uns doch einfach das Gesetz einmal genauer an und beginnen mit Satz 1 des Absatz 1 des § 1631d BGB:


      㤠1631d

      Beschneidung des männlichen Kindes

      (1) Die Personensorge umfasst auch das Recht, in eine medizinisch nicht erforderliche Beschneidung des nicht ein- sichts- und urteilsfähigen männlichen Kindes einzuwilligen, wenn diese nach den Regeln der ärztlichen Kunst durchgeführt werden soll.

      An wen soll der Hinweis auf Einhaltung der "Regeln der ärztlichen Kunst" eigentlich gerichtet sein? Etwa an Ärzte?

      Muss denn ein Arzt tatsächlich darauf hingewiesen werden, nach den "Regeln der ärztlichen Kunst" zu beschneiden?
      Wohl kaum!

      Der Hinweis kann somit nur an Nichtärzte gerichtet sein. Eine Arztpflicht formuliert man anders, woraus man schließen kann, dass sie bei der Verabschiedung des Gesetzes nicht erwünscht war. Der Amnestierungsgedanke stand auch hier im Vordergrund. Es sollten möglichst keine Altfälle mehr vor Gericht landen. Es musste Strafverteidigern etwas verwertbares zur Verfügung gestellt werden.

      Selbstverständlich könnte man sich darüber streiten, ob aus der Ausnahmeregelung des Absatz 2 eine zwingende Auslegung des Absatz 1 in Bezug auf eine Arztpflicht hervorgeht.


      (2) In den ersten sechs Monaten nach der Geburt des Kindes dürfen auch von einer Religionsgesellschaft dazu vorgesehene Personen Beschneidungen gemäß Absatz 1 durchführen, wenn sie dafür besonders ausgebildet und ohne Arzt zu sein, für die Durchführung der Beschneidung vergleichbar befähigt sind.“

      Eigentlich ist es unüblich, dass sich der Sinn einer Regelung erst aus einer nachfolgenden durch gedankliche Kombination ergeben soll. Die Aufgabe des Gesetzgebers besteht nicht darin, Rätsel zu produzieren. Aber schön - man könnte sich darüber streiten.
    • @Selbstbestimmung

      Zu der Frage, ob KIKA hier Gesetzeswidriges propagiert hat:

      Ja, natürlich. Wie die VA des Jungen im Film durchgeführt wurde, wäre es nach deutscher Gesetzeslage eine strafbare Handlung gewesen.

      Deswegen ist ja die Verteidigung des Programmdirektors, man habe ganz neutral berichten wollen, so skandalös!

      Ab wo besteht für KiKA dann eigentlich die Grenze, ab wann man nicht mehr neutral über etwas berichten kann, wenn diese nicht einmal bei der Strafbarkeit einer Handlung überschritten ist?

      Die Produktion und Ausstrahlung und das gesamte Prozedere der Reaktionen des Senders auf die Proteste bleiben ein einziger Skandal.
    • Die deutsche Rechtsprechung ist in der Türkei nicht zuständig. Ich meinte: selbst nach türkischem Recht.
      Würde der Kika den Kinderlein wohl auch einen andalusischen Stierkampf zeigen, zeigen, wie ein Stier erst blutig gequält und dann sinnlos bzw. zur Belustigung getötet wird, weil das nach spanischem Recht erlaubt und "wichtiges andalusisches Brauchtum" ist? Ganz neutral?
      Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt
      (oder ist zu jung um sich zu wehren)
    • Wochen der Kinderrechte bei KiKA!

      kika.de/scripts4/projects/fern…rechte/programm/index.php

      Gerade von denen, die sich so hartnäckig weigerten, auch die Rechte von Jungen auf unversehrte Genitalien anzuerkennen und so eine erbärmliche angebliche "Neutralitätsnummer" abgezogen haben... ich erinnere als Krönung an den geladenen Experten, den Arzt Dr. Schweiger aus Erfurt, der bedauerte, dass "ihre Jungs" nicht so ein tolles Fest bekämen, auf einem Flyer mit zungelechzendem Kleinkind mit Riesenschere für MGM wirbt und über dessen Phantasien folglich ich hier nicht spekulieren will.

      Na, auf ein Neues, KiKA, die haben ja mit ihrer Genitalverstümmelungspropaganda im Januar einen schönen Shitstorm von wichtigen Fachverbänden erhalten, mal sehen, ob da was nachgewirkt hat.
      Oder ob Jungen für KiKA einfach weiter Kinder zweiter Klasse bleiben.
    • Soeben hat MOGiS auf der FB-Seite ein Update zu Wiederholung der Folge gepostet:

      UPDATE 25/12/2014 !!!

      Hier liegt leider ein Missverständnis vor.
      Die Info zum Sendetermin stammt von der Seite des Beitrages selbst, bezieht sich aber nicht, wie angenommen, auf die dort vorgestellte Folge, sondern auf die Sendereihe. Bezüglich einer möglichen Wiederholung der Folge können wir also zunächst Entwarnung geben.
      Da die Folge jedoch nach wie vor online abrufbar ist und trotz der Kritik an ihr keinerlei Änderungen - z.B. an der nach wie vor glorifizierenden und einseitigen Aufmachung der Podcastseite - zu erkennen sind, bleibt unsere grundsätzliche Kritik davon natürlich unberührt.
    • Tja, sieht so aus, als würde dieser Sch... jetzt doch wiederholt, und zwar am 28.12. um 13.20 Uhr.
      kika.de/schau-in-meine-welt/sendungen/sendung74338.html
      Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
      Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
      Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
      tredition.de/autoren/clemens-b…-schnitt-paperback-44889/
    • Richtigstellung

      Hier die aktuelle Startseite von "Schau in meine Welt":

      kika.de/schau-in-meine-welt/index.html

      Unten rechts auf "Alle Steckbriefe" klicken. Dann erscheint Tahsin erst auf Seite 3. Der Irrtum rührt daher, weil im Link von Stefan ganz oben bereits die Sendungsnummer von Tahsin enthalten war - und die führt halt immer wieder zu genau dieser Sendung, während der "Rahmen" drumherum aktuell ist.

      Interessant wäre mal, all diese Steckbriefe zu durchforsten. Wer weiß, welch religiöse Toleranzen KIKA dort noch tanzen lässt, ohne zu ahnen, dass "Toleranz" nichts mehr und nichts weniger bedeutet als: Na ja, wenn's halt sein muss, dann tu's halt! Begeistert bin ich aber nicht davon.

      Und alle plappern den Mist nach!
      „Wer nichts weiß, muss alles glauben.“ (Marie von Ebner-Eschenbach)
    • Wirklich irreführend

      Der Link betrifft die längst gesendete Sendung. Das siehst Du an der Nummer im Link. Nur das Datum der nächsten Sendung wird - egal, was Du an Uraltmüll aufrufst - stets oben rechts eingeblendet. Vielleicht will der KIKA den Kindern damit etwas ganz Bestimmtes sagen, das wir Erwachsenen nicht verstehen?
      „Wer nichts weiß, muss alles glauben.“ (Marie von Ebner-Eschenbach)
    • Welche Rückmeldungen bekommen Sie zu Ihren religiösen Inhalten? Das ist bunt gemischt und man kann es schlecht voraussagen. Wir befinden uns auch im Austausch mit den Rundfunkbeauftragten der Kirchen. Bei vielen Sendungen arbeiten wir auch mit exponierten Fachberatern zusammen, damit unsere Angebote auch inhaltlich stimmig sind. Bei der „Schnitzeljagd – Mit Christus um die Welt“ gab es kaum negative Rückmeldungen. Spannender war das schon, als wir ein türkisches Kind auf dem Weg zu seiner Beschneidung portraitiert haben
      pro-medienmagazin.de/medien/fe…e-quoten-religions-zonen/


      (Auf die Pipi-Langstrumpf-Melodie)

      Schau in meine Welt, widdewide wie die Vorhaut fällt
      als Entschädigung gigigi gibt's Gold und Geld
      Ein Bub muss halt leiden, weil ihn sonst alle meiden,
      Das ist die Kika-Welt, die auch Bischöfen gefällt
      Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt
      (oder ist zu jung um sich zu wehren)
    • Die Überschrift passt schon. :"Ich bin fassungslos, dass dieser verblödete Schrott gesendet wird!" Nach diesem Jungenverstümmelungskitsch habe ich genau das auch gedacht.

      Und noch jemand meldet sich: wütende Erwachsene.

      Da hat offenbar was gesessen. Diese Leute hatten offensichtlich geglaubt, dass sie mit ihrer Verstümmelungspropaganda einfach so durchkommen.
      Auch Huff stellt fest, dass sich der Kontakt zu den Eltern verändert hat. Er sagt: "Es prägt unsere Arbeit ganz unmittelbar, dass sich Leute im Netz sehr schnell zusammenschließen können." Als der Kika 2014 eine Sendung ankündigte, in der ein elfjähriger muslimischer Junge bei seinen Vorbereitungen für die Beschneidung begleitet wurde, riefen unzählige Internetseiten, Vereine und andere Interessensgruppen zum Protest auf, teilweise mit vorgefertigten Schreiben. Der Sender verteidigte sich: Es gehe darum, einen Einblick in eine fremde Lebenswelt zu gewähren, und hielt an der Ausstrahlung fest.
      Ja, dieses verdammte Internet aber auch! Das ist schon echt lästig! Darüber haben sich die Urologen ja auch schon beklagt, dass sich die durch das Internet aufgeklärten Eltern nicht mehr so leicht eine Zirkumzision für den Sohn aufschwatzen lassen.
      Aber keine Bange, Django Heiko will da ja jetzt aufräumen!

      "Der Sender verteidigte sich" - Wer sich verteidigt, klagt sich an.


      Wenn es darum geht, grundsätzliche Werte zu vermitteln, könne der Sender zwar durchaus auch mal Haltung zeigen, sagt Huff: "Wir können Menschenrechte schon besser finden als Nichtmenschenrechte."

      Das Recht auf körperliche Unversehrtheit? Auch und gerade für Kinder? Schon mal was von gehört?

      Verändert hätte sich aber die Menge der Kritik - und eben der Ton. Konkrete Beispiele will die Redaktion mit Verweis auf das Briefgeheimnis nicht nennen. Stumpf sagt nur: "In den Spitzen ist es schwer zu ertragen.
      Och, ja, natüüürlich ihr seid doch die eigentlichen Opfer, wie konnten wir das nur übersehen!
      Schwer zu ertragen ist es, dass Kika Kindern Handlungen als selbstverständlich präsentiert die hierzulande als strafbare Körperverletzung zu ahnden wären (OP an einem 12-Jährigen durch einen Nichtmedizinier)

      Bei der Redaktion der Alpen-Prawda seid ihr richtig aufgehoben, lasst euch von Heribert Prantl trösten und eure tiefen Wunden lecken! *Brech*

      sueddeutsche.de/medien/kinderf…t-gesendet-wird-1.3469240
      Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt
      (oder ist zu jung um sich zu wehren)
    • Wenn es darum geht, grundsätzliche Werte zu vermitteln, könne der Sender zwar durchaus auch mal Haltung zeigen, sagt Huff: "Wir können Menschenrechte schon besser finden als Nichtmenschenrechte."
      Was irgendwie auffällt, ist das dieser doch angeblich so um Menschenrechte bemühte Sender sich anscheinend noch nie "um einen Einblick in eine fremde Lebenswelt zu gewähren" der "Beschneidung" von Mädchen in Asien und Afrika angenommen hat:


      google.de/search?q=beschneidung+site:http://www.kika.de


      google.de/search?q=genitalvers…Ahttp%3A%2F%2Fwww.kika.de
      Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt
      (oder ist zu jung um sich zu wehren)
    • Auf die SZ kann wohl nur noch evangelisch.de einen draufsetzen:

      Schließlich noch zu einem mit Hass-Kommentaren verwandten Thema: Eltern-Kommentare....


      Als der Kika 2014 eine Sendung ankündigte, in der ein elfjähriger muslimischer Junge bei seinen Vorbereitungen für die Beschneidung begleitet wurde, riefen unzählige Internetseiten, Vereine und andere Interessensgruppen zum Protest auf...

      Keine Bange, das wird ja bald verboten! ;)

      evangelisch.de/blogs/altpapier/143290/20-04-2017
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