Was tun, wenn der 13 Jährige Sohn unbedingt beschnitten werden will?

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    • Was tun, wenn der 13 Jährige Sohn unbedingt beschnitten werden will?

      Im Internet habe ich neulich diese Nachricht gefunden.

      Dort will sich ein 13 Jähriger Junge unbedingt beschneiden lassen. Nicht nur wegen des Aussehens sondern auch weil er von anderen Ausländischen (islamischen) Klassenkameraden gehänselt wird, wegen seines Vorhautrüssels. Nachzulesen hier.

      vfp.de/verband/verbandszeitsch…h-beschneiden-lassen.html

      Meine Antwort dazu:

      Ich habe zwar mit 21 Jahren noch keine Kinder, aber würde mein Sohn sich nur deshalb beschneiden lassen wollen, dann würde ich dafür Sorgen das er in einer anderen Schule kommt. Möchte er sich weiterhin aus ästhetischen Gründen beschneiden lassen, würde ich das niemals erlauben, so lange wie er unter 18 Jahre alt ist. Außerdem könnte er doch einfach die Vorhaut zurück ziehen und diese dann hinten lassen. Warum die Vorhaut also Abschneiden wenn er Sie auch zurückgezogen tragen könnte?

      Was würdet Ihr tun, wenn euer Sohn sich wirklich beschneiden lassen will und eine Aufklärung über die negativen Folgen nichts bringt? Ich weiß zwar das bei einem 13 jährigen Jungen die Hormone oder die Sexualität verrückt spielen kann, aber wie soll man das dann ihm bei bringen? Ich kenne selber die Langzeitfolgen einer Beschneidung und das dann die Sexualität deutlich eingeschränkt ist. Was also kann man tun, um ein 13 Jährigen Jungen die Beschneidung endgültig auszureden? ?(
    • Phil21 schrieb:

      Was also kann man tun, um ein 13 Jährigen Jungen die Beschneidung endgültig auszureden?
      Ihm nette Bildchen zeigen... wie sowas aussieht.
      • Die Vorhaut kann mit einer Rosenknospe verglichen werden. Wie eine Rosenknospe wird sie erst blühen, wenn die Zeit gekommen ist. Niemand öffnet eine Rosenknospe, um sie zum Blühen zu bringen (Dr. med. H. L. Tan).
      • Alle Wahrheit verläuft in drei Stadien: Im ersten wird sie verlacht. Im zweiten wird sie vehement bekämpft. Im dritten wird sie als selbstverständlich anerkannt (Arthur Schopenhauer).
      • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
    • Ich würde mit meinem Sohn reden, von Mann zu Mann. Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie es ist, von sogenannten Freunden verspottet zu werden. Gerade wenn es um die eigene Männlichkeit geht, ist man in diesem Alter sehr anfällig für Hänseleien. Es wäre mir wichtig, ihm zu erklären, was wirklich wichtig ist.
      Nämlich, selbst zu bestimmen, was mit dem eigenen Körper geschieht, und nicht ein paar Jungs, die insgeheim vielleicht einfach nur neidisch auf etwas sind, was sie nicht haben können.
      Dass sein Körper, so wie die Natur ihn geschaffen hat, perfekt ist. Und dass die Entscheidung, diesem Körper etwas abzuschneiden, das ihm niemand jemals wieder zurückbringen kann, schon bald sehr leid tun kann.
      Ich würde meinem dreizehnjährigen Sohn offen erklären, wofür er seine Vorhaut hat, was sie für einen Nutzen hat und wie wichtig sie tatsächlich ist. Und wie unwichtig das kindische Gespött dieser "Freunde".

      Ich weiß, dass ich dabei bei meinem Sohn etwas erreichen könnte, weil wir ein wunderbares Verhältnis zueinander haben und ein solches Gespräch nicht alltäglich, sondern etwas Besonderes und Wichtiges wäre.

      In dem beschriebenen Fall ist die Konstellation sicherlich etwas anderes. Zwar drängt der ebenfalls beschnittene Vater seinen Jungen nicht zur Beschneidung, aber wirklich entgegengewirkt hat er dieser Entscheidung auch nicht. Und die
      große Schwester habe gemeint, dass es viel hygienischer sei, wenn ein Mann beschnitten ist.
      In dieser Situation ist die spätere Entscheidung des Jungen im Grunde programmiert.
      Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
      Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
      Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
      tredition.de/autoren/clemens-b…-schnitt-paperback-44889/

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Weguer ()

    • Weguer schrieb:

      Zwar drängt der ebenfalls beschnittene Vater seinen Jungen nicht zur Beschneidung, aber wirklich entgegengewirkt hat er dieser Entscheidung auch nicht.


      Genau. Der Vater macht eine Menge aus. Ich war ungefähr in dem Alter, als ich mit dem Rauchen angefangen habe. Meine Eltern haben mich immer davor gewarnt, vor den gesundheitlichen Gefahren. Aber mein Vater hat gequalmt wie ein Schlot.
      Das war dann natürlich sehr glaubwürdig. Ich glaube heute, wenn mein Vater nicht geraucht hätte, hätte ich auch nicht angefangen.
      Das einzig gute beim Rauchen ist, dass man damit auch wieder aufhören kann - auch wenn sich das sehr schwierig gestalten kann.
      Eine Vorhaut-Amputation kann man nicht wieder rückgängig machen, da kann man nicht "aussteigen".
      In dem Alter ist man sehr experimentierfreudig (auch was Drogen angeht) - und man macht leicht Sachen, die man später bereut. Schon eins, zwei Jahre später kann alles anders sein. Dann will man wieder alles mögliche sein - bloß nicht so wie der Vater.
      13 ist schon sehr früh für so eine lebenslang nachwirkende Entscheidung. Aber irgendwann muss man dann als Eltern schon sagen: - es ist dein Körper. Informiere dich, überlege es dir gut - die Entscheidung ist unumkehrbar und läuft dir nicht weg - du kannst das in einem Jahr auch noch machen - und tu, was du für richtig hältst.
      Zwischentöne sind Krampf
      im Anti-Verstümmelungskampf
    • Klar, wenn die Anführer, die Identifikationsfiguren in der Gruppe so sind, dann will man auch so sein. Das ist in dem Alter so. Das muss dann der Haarschnitt von dem oder dem Idol sein, oder eine Tätowierung, oder ein Piercing...

      Das schlimme ist, dass viele Eltern heute nicht mehr "nein!" sagen können. Basta!
      Nein, wir haben da Bedenken, und du bist zu jung, um das zu entscheiden. Mit 16 wäre schon etwas anderes. Da ist man schon viel eigenständiger, und weniger vom "peer pressure" abhängig.

      Man kann heimlich rauchen und trinken (ist heute aber auch schwieriger als in meiner Kindheit, wo es die Kippen für 1DM an jeder Ecke im Automaten oder auch im Laden "für Papi" gab - Wein und Schnaps auch), aber man kann nicht als 13 Jähriger zum Urologen gehen: "nun machen sie mal!"
      Zwischentöne sind Krampf
      im Anti-Verstümmelungskampf
    • Ich würde ihm ganz einfach diesen Bericht von Laffelrog zu lesen geben.
      Denn ich glaube nicht, dass dieser einen Jugendlichen kalt lässt.

      Als Vater würde ich ihm ganz unmissverständlich und offen über die potenziellen Gefahren und unausweichlichen Nachteile einer Beschneidung sprechen (inkl. drastischen Bilder von misslungenen Eingriffen) und vor allem die sexualmechanischen Vorteile der intakten Vorhaut genau erklären sowie die sensorischen Effekte in den farbigsten Tönen schildern. Falsche Scham wäre hier eindeutig fehl am Platz!

      Als Mutter würde ich ihm ebenso unmissverständlich erklären wie wenig bis nichts mein beschnittener Ex-Freund schon mit 36 empfunden hat und dass es dabei sehr schnell unangenehm und trocken wurde für mich. Ich würde ihm auch versuchen klar zu machen, dass Sex in einer Beziehung schon ein bisschen mehr bedeutet als nur ein Fortpflanzungsakt und dass aus meiner persönlichen Sicht und Erfahrung beschnittene Männer als Liebhaber leider ein grosses Handicap zu tragen haben.
    • Eine wahre Anekdote:
      Ein Mann schläft mit einer Frau. Sein Pimmel rutscht aus der Scheide raus. Sie: "Du bist rausgerutscht." Er: "Nein, ich bin nicht rausgerutscht. Das hätte ich doch gespürt." Sie: "Doch, du bist rausgerutscht." Er überprüft das mit seiner Hand. Sie hatte Recht. Soo gefühllos sind beschnittene Männer. Kein Wunder, dass das mit dem Orgasmus so schwierig ist.

      Eine reversible Beschneidungssimulation im Selbstversuch (auf eigene Gefahr!):
      Er soll mal (wenn er sich traut), seine Vorhaut zurückziehen, am Bauch festkleben, seine Eichel einen Monat lang verhornen lassen, seine gefurchte Schleimhaut überkleben, sich ein Kondom überziehen und dann versuchen, sich einen runterzuholen. Dann hat er glaube ich eine Ahnung, wie es mir geht. Dann wird er bestimmt seine Vorhaut zu schätzen lernen.
    • Charlie Mike schrieb:

      Eine reversible Beschneidungssimulation im Selbstversuch (auf eigene Gefahr!):
      Er soll mal (wenn er sich traut), seine Vorhaut zurückziehen, am Bauch festkleben, seine Eichel einen Monat lang verhornen lassen, seine gefurchte Schleimhaut überkleben, sich ein Kondom überziehen und dann versuchen, sich einen runterzuholen. Dann hat er glaube ich eine Ahnung, wie es mir geht. Dann wird er bestimmt seine Vorhaut zu schätzen lernen.
      Es gibt aber Plattformen wie Eurocirc oder Netdoktor, wo die Beschneidung hoch gelobt wird. Ein Argument was mich dort erstaunt hat. Ohne Vorhaut hat man einen längeren Orgasmus weil die Eichel unempfindlicher ist. Ich wurde auch wegen einer entzündeten Phimose beschnitten und weiß das man weniger Gefühl hat, durch die unempfindliche Eichel. :(

      @Hickhack

      Wie hat sich die Phimose gelöst? Auf natürlichem Weg? Oder mit einer Salbe? Je älter man ist, desto schlechter sind wohl die Chancen? Ist eine Phimose vererbbar?

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Phil21 ()

    • Was tun, wenn der 13-jährige Sohn Drogen nehmen will? Was tun, wenn der 13-jährige Sohn in schlechte Gesellschaft, in kriminelle Kreise gerät? Was tun, wenn der 40-Jährige Klavierlehrer eine sexuelle Beziehung mit dem 13-Jährigen Sohn beginnt?

      Eltern haben auch die Aufgabe, ihre Kinder zu beschützen. Auch davor, dass sie sich selbst schädigen, oder dass sie von anderen dazu verleitet werden. Das geht nicht nach dem Motto: der Junge will das so, also ist das OK.
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    • Um mal ein persönliches Beispiel zu bringen, was Unreife und Reife angeht:

      Ich habe mit elf mit dem Rauchen angefangen. Warum? Weil die anderen "tonangebenden" Jungs in meiner "peer group" auch alle geraucht haben. Meine Eltern - die haben mich immer vor den gesundheitlichen Gefahren des Rauchens gewarnt. Habe ich auf die gehört? I wo, wir haben heimlich geraucht.

      Mit 21 bin ich (zumindest in der Hinsicht ;) ) vernünftig geworden und habe mit dem Rauchen aufgehört.

      Was hätte es mir genützt, wenn mir mit 21 klar geworden wäre, dass die Vorhaut doch für was gut ist, dass sie Sinn macht, dass sie mir fehlt - wenn ich sie mir mit 13 wegen "peer pressure" hätte abschneiden lassen? Ich hätte nicht einfach "mit der Vorhautlosigkeit aufhören" können.
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    • Phil21 schrieb:

      Es gibt aber Plattformen wie Eurocirc oder Netdoktor, wo die Beschneidung hoch gelobt wird. Ein Argument was mich dort erstaunt hat. Ohne Vorhaut hat man einen längeren Orgasmus weil die Eichel unempfindlicher ist
      Und auf diesen Plattformen tummeln sich meist Männer, die ein Problem mit ihrem vollkommen gesunden und natürlichen Körper haben, ihn mit Vorhaut als unhygienisch und unästhetisch ansehen...und wer kann sich beim Sex wirklich gehen lassen, wenn er sich, seinen Körper, das zentrale Organ beim Sex als etwas störendes wahrnimmt? Und wenn dieses "störende" Teil entfernt wird, ist alles besser. Zwar sicher nicht die direkten Wahrnehmungen, aber die "Blockade" im Kopf weg...

      An solchen Männern muss sich niemand messen lassen...(auch wen das die meisten Urologen machen, denn die glauben echt, dass sie diesen Männern durch eine mehr oder weniger invasive Entfernung der sexuellen Sensorik zu einem besseren sexuellem empfinden verholfen haben...)
      Die Lüge ist schon dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe angezogen hat. (Mark Twain)
    • Selbstbestimmung schrieb:

      dass sie Sinn macht, dass sie mir fehlt - wenn ich sie mir mit 13 wegen "peer pressure" hätte abschneiden lassen?
      Vielleicht hättest du dann aber nie darüber nachgedacht, dass sie dir fehlt...sondern würdest heute wie ein Herr Amjahid mit allen Mitteln versuchen dir deinen Zustand schönzureden?
      Die Lüge ist schon dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe angezogen hat. (Mark Twain)
    • Urolüge schrieb:

      Vielleicht hättest du dann aber nie darüber nachgedacht, dass sie dir fehlt...sondern würdest heute wie ein Herr Amjahid mit allen Mitteln versuchen dir deinen Zustand schönzureden?
      Das ist durchaus möglich. So wie es möglich wäre, dass ich heute noch nach dem Motto "ich rauche gerne!" wie ein Schlot qualmte. Oder vielleicht bereits gesundheitliche Nachteile hätte, wie sie viele andere Raucher erfahren haben.

      Wobei, mit 13 hatte ich die Freuden der wonnespenden Vorhaut durchaus schon genossen. ;)

      Aber klar, wenn sie ab ist muss man dazu stehen. Sonst ist man ja ein "loser".
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    • @Phil21:

      Vor 5 oder 6 Jahren haben wir es mal mit einer Salbe versucht, allerdings ohne nennenswerten Erfolg. Danach hatte mein Sohn die Anweisung beim Pinkeln die Haut soweit möglich zurückzuziehen. Das, was sich bisher gelöst hat (es klappt noch nicht ganz, aber deutlich mehr als noch vor 5 Jahren), hat sich auf natürliche Weise gelöst. Für alle Fälle habe ich noch ein Salbenpräparat zu Hause, aber noch hat mein Sohn nicht mehr danach gefragt.

      Daß eine Phimose vererbbar wäre, kann ich so nicht bestätigen. Zum einen, weil die Verengung/Verklebung im Kleinkindalter ja normal ist, aber weder ich noch mein jüngerer Sohn haben im Teenageralter noch damit zu tun gehabt.
      Gruß
      Hickhack
    • Selbstbestimmung schrieb:


      Was hätte es mir genützt, wenn mir mit 21 klar geworden wäre, dass die Vorhaut doch für was gut ist, dass sie Sinn macht, dass sie mir fehlt - wenn ich sie mir mit 13 wegen "peer pressure" hätte abschneiden lassen? Ich hätte nicht einfach "mit der Vorhautlosigkeit aufhören" können.
      Ein weiteres Problem liegt auch am Bio- oder Sexualunterricht an Schulen. Das Thema Beschneidung von Jungs wird dort verharmlost. Wenn es medizinisch notwendig ist, wird es gemacht. Aber die Nachteile und Langzeitwirkung werden dort nicht genannt. Ganz anders bei der Beschneidung von Frauen. Das sei schlimme Körperverletzung. Und die meisten Urologen haben sich früher für die Beschneidung ausgesprochen. Das wurde hier auch diskuttiert. Schuld daran ist wohl auch das ärztliche Studium, weil es dort nicht anders vermittelt wird. Mario hatte auch mal ein Buch dazu rausgebracht, was bei Phimose zu tun ist.

      @Hickhack

      Dann hat sich der Erfolg am Ende ausgezahlt.