Jörg Rupp (Grüne) schwingt die Antisemitismus-Keule

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    • Wie war das noch mit dem Staubkorn und dem Balken im Auge?
      Ich kann nachvollziehen, dass es unangenehm ist, sich der Tatsache zu stellen, dass in der Beschneidungsdebatte zunehmend antisemitische und antiislamische Äußerungen fallen. Ich kann nachvollziehen, das es nicht einfach ist, sich von jemandem zu distanzieren, mit dem man gerade noch zusammen gearbeitet hat und der doch eigentlich das gleiche Ziel wie man selbst hat. Doch ist es so, dass, ähnlich wie in der Debatte des Umgangs mit sexuellem Missbrauch, sich die Rechten oder antisemitisch denkende Menschen der Debatte zu bemächtigen suchen. Und so sehr ich mich schon seit anderthalb Jahrzehnten gegen den Missbrauch von Kindern und der Verbreitung von Kinderpornografie im Internet einsetze, so wenig werde ich mit Nazis “Tod den Kinderschändern” brüllen. Und so sehr ich die Beschneidung des Penis’ ablehne, werde ich nicht mit denen heulen, die meinen, sie könnten definieren, was Kindeswohl ist, die von Amputation und Verstümmelung reden oder sie mit der weiblichen Beschneidung vergleichen. Die alles tun, um den Vorgang zu skandalisieren – und ihrem Anliegen so zwar keinen Schritt weiter helfen – aber gegenüber denen, die die Beschneidung als zwingend in ihrem religiösen Leben betrachten, eine Atmosphäre des Misstrauens und der Ablehnung schaffen. Das ist weder hinzunehmen och es zu dulden. Dem muss man entgegen treten.

      Wenn sich also braune Figuren eines Themas bemächtigen, dann muss man sich vom Thema abwenden, oder wie?
      Rupp ist genau einer von denen, die danach trachten die Debatte zu "skandalisieren" .
      • Die Vorhaut kann mit einer Rosenknospe verglichen werden. Wie eine Rosenknospe wird sie erst blühen, wenn die Zeit gekommen ist. Niemand öffnet eine Rosenknospe, um sie zum Blühen zu bringen (Dr. med. H. L. Tan).
      • Alle Wahrheit verläuft in drei Stadien: Im ersten wird sie verlacht. Im zweiten wird sie vehement bekämpft. Im dritten wird sie als selbstverständlich anerkannt (Arthur Schopenhauer).
      • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
    • ..und ihrem Anliegen so zwar keinen Schritt weiter helfen..


      Ach, dann soll uns Rupp doch mal erklären, wie wir seiner Meinung nach mit unserem Anliegen dann weiterkommen!

      In dem wir wie er bei einer Amputation verharmlosend von "Beschneidung" (so wie man ja auch Hecken und Rosen und anderes rasch Nachwachsendes be-schneidet) reden, und sagen: "Was das Kindeswohl ist? Keine Ahnung! Wer sind wir, das definieren zu können?"
      Und das wir die Verstümmelung für uns selbst natürlich ablehnen, aber mit den Religiösen können wir ja ruhig noch weitere 4.000 Jahre diskutieren, derweil sie wie gehabt fröhlich weiter Kinder verstümmeln?

      Ja, und natürlich, die Gegner der Kindsverstümmelung, die "heulen" (das sind gefährliche Wölfe!).
      Zwischentöne sind Krampf
      im Anti-Verstümmelungskampf
    • Welche braunen Figuren?

      In der gesamten Debatte gab es keinen einzigen Vorfall, wo ein namhafter Politiker oder eine Zeitung fremdenfeindlich oder antisemitisch argumentierte.
      Was es auch immer für grauenvollen Nazimob im Internet gab - nie hatten die irgendeinen politischen Arm. Kein einziger MdB hat sich derer Ressentiments bedient.
      Nicht mal die NPD macht jetzt mit diesem Thema offensiv Wahlkampf.

      Hingegen fand die Relativierung von Menschenrecht, der Verrat an demokratischen Prinzipien, das Verleugnen wissenschaftlicher Fakten und menschlichen Leids auf höchster politischer und publizistischer Ebene statt.

      Das nur mal als Faktencheck zu den Falschbehauptungen, was die Debatte angeblich zunehmend dominiere.
    • LOL, und so ist das Verständnis von Demokratie, Meinungsfreiheit und Transparenz des manchmal etwas ruppigen Rupp:

      Ich hatte mich neulich per Link auf meine Seite geäußert. Dann war das plötzlich gelöscht, jetzt wieder was ähnliches da. Das ist verwirrend, lieber Jörg!! So kann ich die innerparteiliche Diskussion nicht richtig verfolgen.


      Hallo Detlef, im Zuge der Beruhigung der innerparteilichen Debatte war es besser, den Beitrag zu löschen.
      Korrekt, es wird in der Beschneidungsdebatte zuviel polemisiert und skandalisiert.
      Zwischentöne sind Krampf
      im Anti-Verstümmelungskampf
    • Ob mein Kommentar veröffentlicht wird ... ?

      Das die Genitalverstümmelung von Jungen nicht hinzunehmen ist, hat mit Antisemitismus überhaupt nichts zu tun. Es geht hier um das Recht alle Kinder, auch der männlichen, in einem unversehrten Körper erwachsen zu werden. Und es geht auch nicht darum, ob das Recht auf Religionsausübung stärker ist, als das Recht auf körperliche Unversehrtheit. Das ist bereits seit 1919 ganz klar geregelt. Im Grundgesetz Artikel 140, Artikel 136 Weimarer Verfassung heiß es: Die bürgerlichen und staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten werden durch die Ausübung der Religionsfreiheit weder bedingt noch beschränkt.

      In den folgenden beiden Videos geht es um die Beschneidung eines Mädchens und eines Jungen.
      youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=KqGgnwwXRb8
      youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=lGTbuxHGOHs

      Ich kann hier bei besten Willen keinen Unterschied in der schwere der Genitalverstümmelung erkennen. Dazu muss man offensichtlich deutscher Bundestagsabgeordneter oder ein gesinnungsgleicher Lobbyist sein. Der einzige Unterschied ist, dass die Vorhaut des Jungen 20.000 Nervenenden hat, während die gesamte Klitoris nur 8.000 hat. Aber in Deutschland ist der im ersten Video gezeigte Eingriff bei nun verschärfter Strafe verboten, während der zweite auch als viel intensiverer Eingriff bei Jungen problemlos erlaubt ist. Man darf da ruhig auch die gesamte Vorhaut sowie einen Teil der Schafthaut und das Frenulum entfernen, es muss nur durch einen Arzt gemacht werden. Der kann das auch viel gründlicher als der im Video gezeigte Beschneider. Wenn das keine elterliche Fürsorge ist, was dann? In Deutschland genügt es eben, wenn für Frauen sexuelle Gefühle geschützt werden…

      Außerdem meinen offensichtlich manche, nur die religiösen Gebräuche türkischstämmiger Einwanderer sind schützenswertes Kulturgut. Aber in Indonesien, dem Land mit der größten moslemischen Bevölkerung wurden die Krankenhäuser angewiesen Mädchenbeschneidungen auf Wunsch durchzuführen. Immerhin sind dort über 90% der Mädchen religiös beschnitten. Der Gund ist der gleiche: Es ist gottgefällig da sauberer und es dämpft die sexuelle Lust. Aber da es Mädchen betrifft, ist das offensichtlich bei uns eine Unkultur. Wenn man die anti-antisemitische Brille aufsetzt, sieht man halt manches etwas unscharf, und das verleitet offensichtlich zum fabulieren, das man in diesem Fall auch als glattes Lügen bezeichnen kann.