EMLA ethisch inakzeptabel !

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    • EMLA ethisch inakzeptabel !

      bfarm.de/DE/Arzneimittel/3_nac…BDDCE696B7AF82AF.1_cid332


      Über den Link unten auf der Seite erreicht man ein Dokument, auf dem auf S. 24 ganz unten zu lesen ist, daß man inzwischen die Anwendung von Emla bei der Neugeborenenzirkumzision zwar "statistisch signifikant", aber nicht für ausreichend wirkungsvoll halte, und das Zeug daher "ethisch inakzeptabel" sei.
      • Die Vorhaut kann mit einer Rosenknospe verglichen werden. Wie eine Rosenknospe wird sie erst blühen, wenn die Zeit gekommen ist. Niemand öffnet eine Rosenknospe, um sie zum Blühen zu bringen (Dr. med. H. L. Tan).
      • Alle Wahrheit verläuft in drei Stadien: Im ersten wird sie verlacht. Im zweiten wird sie vehement bekämpft. Im dritten wird sie als selbstverständlich anerkannt (Arthur Schopenhauer).
      • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
    • Das ist echt herb.

      Due to inconsistencies in the SmPC texts for EMLA (AstraZeneca) in some member states, the issue of use of EMLA during male circumcision was further discussed in the procedure.

      In the review “Circumcision of neonates and children without appropriate anaesthesia is unacceptable practice” by BR Paix and SE Peterson (Anaesth Intensive Care 2012;40:511 - 516), the authors conclude that EMLA gives insufficient anaesthesia for this surgical procedure. Their conclusion is based on the following studies: (...)
      Hervorhebungen von mir.
    • Das Fragezeichen hinter dem Titel des Threads ist missverständlich. Die "Europäische Arzneimittelagentur", die das Papier verfasste, formuliert nicht nur, dass die Anwendung von EMLA bei Beschneidungen aufgrund der nicht ausreichenden anästhesierenden Wirkung ethisch nicht akzeptabel erscheint ("..the reported reduction seems insufficient to be ethically acceptable."), sondern betont darüber hinaus, dass es ihr darauf ankommt, dass der Einsatz von EMLA für Beschneidungen vermieden wird ("...any mentioning of use of this product for circumcision procedures should be removed to avoid this type of use."). Die Arzneimittelagentur, deren Empfehlungen für alle EU-Staaten verbindlich sind, dringt also darauf, die Verwendung von EMLA bei Beschneidungen abzuschaffen. Diese Aussage einer supranationalen Behörde hätte wahrlich ein Ausrufezeichen verdient.

      Den Absatz, den die Arzneimittelagentur in der Gebrauchsinformation von EMLA nicht mehr sehen möchte, lautet übrigens:

      "Es liegen nur begrenzte pädiatrische Daten zur Anwendung von Emla auf der Vorhaut vor einer Beschneidung männlicher Neugeborener vor. In einer monozentrischen, doppel-blinden, randomisierten Studie bei 68 männlichen Neugeborenenwurde durch die Anwendung von 1 g Emla im Vergleich zu Placebo ein signifikanter Unterschied hinsichtlich derSchmerzreduktion beobachtet, demonstriert anhand reduzierter Gesichtsaktivität, Reduktion der Schreidauer und Verringerung der Herzfrequenz. Bei einer Verweildauer von 60 bis 80 Minuten auf der Vorhaut traten in der Emla-Gruppe Methämoglobin-Plasmakonzentration vergleichbar der Placebo-Gruppe auf (Emla 1,3 % +- 0,6 vs. Placebo 1,3 % +- 0,2)."

      portal.dimdi.de/amispb/doc/201…/OBFMB76FE45901CE873C.rtf


      Die hier zitierte Studie, auf die auch die Arzneimittelagentur Bezug nimmt, ist unschwer als eine Studie von Anna Taddio aus dem Jahre 1997 zu erkennen. Leider haben weder der Hersteller noch die Arzneimittelagentur erwähnt, dass die Taddio-Studie vom Hersteller ("Supported by Astra Pharma Inc., Canada") gesponsert wurde.

      nejm.org/doi/full/10.1056/NEJM…43361701#t=articleResults


      Und noch eine Anmerkung sei gestattet: in allen einschlägigen Untersuchungen hat sich ergeben, dass Sucrose in seiner anästhesierenden Wirkung EMLA weit unterlegen ist. Wenn also die Anwendung von EMLA bei Beschneidungen ethisch nicht akzeptabel ist und vermieden werden muss, was heisst das dann wohl für Sucrose?
      "Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!" K.M.
    • Tja, dem habe noch nicht mal ich noch wirklich etwas hinzuzufügen. Ich hatte Guy gebeten, den Link einzustellen, der mir heute über eine Journalistin vom BfArM zugestellt wurde.

      Das hier ist -- wie werner schon schreibt -- nicht bloß eine Studie. Das ist die Bewertung der EMA und damit bindend für die EU. ich habe nochmal die Essentials rausgefischt:

      "After reviewing the publications in table 1, the Rapporteur agrees with the authors (Paix & Peterson) that even if EMLA cream reduces pain in a statistically significant way, the reported reduction seems insufficient to be ethically acceptable. Therefore, including information on the use of EMLA in circumcision procedures in the EMLA national SmPCs cannot be recommended.

      Even if the statement in section 4.4 of the CSP only refers to safety of EMLA for use in neonates for circumcision, proof for sufficient efficacy seem to be lacking, and thus, any mentioning of use of this product for circumcision procedures should be removed to avoid this type of use. If circumcision is medically motivated, there are fully functional anaesthetic techniques available.

      In conclusion, the MAHs conclusion is endorsed by the Rapporteur, i.e. that that the results of the clinical studies submitted within this procedure do have any impact on the benefit/risk or paediatric prescribing information provided in the current SmPCs for EMLA cream and patch. However, references to use of EMLA during circumcision procedures should be removed since available data do not demonstrate adequate efficacy and section 4.1 should specify the age range for which the product is indicated.

      The following SmPC modifications are proposed: Section 4.1
      It should be stated in which age groups the product is indicated, specifying the age limits, e.g. X is indicated in <adults><neonates><infants><children> <adolescents> <aged x to y
      <years, months>>.
      Other sections: References to the use of EMLA for male circumcision should be removed."

      Da die Stellungnahme der EMA an zwei Stellen deutlich darauf abhebt, daß jede Erwähnung auch an anderer Stelle als unter den Indikationen entfernt werden soll, scheinen mir die Vorgaben in der neuen Fachinformation nicht so ganz umgesetzt zu sein ...

      Der neu eingefügte Absatz unter 5.1 ist überdies mehr als irreführend, da er weder erwähnt,
      -- daß die Daten (Taddio) im Jahre 1995 erhoben wurden,
      -- noch daß die Dissertation von AstraZeneca gesponsert wurde,
      -- noch daß es relevante Studien des Beleges der Nichtwirksamkeit von EMLA gibt, die die EMA dazu veranlaßt haben, grundlegende Empfehlungen auszusprechen.
    • Ok ich fasse mal auf "Sendung-mit-der-Maus"-Niveau zusammen, worum es hier eigentlich geht:

      Also. Wir sprechen von einer Fachinformation. Eine Fachinformation ist etwas anderes als ein Beipackzettel. Auf dem Beipackzettel wurden die Informationen ja kürzlich geändert, was viele von Euch mitbekommen haben dürften.

      So. Was ist nun der Harken an der Fachinformation für die EMLA-Salbe? In dieser Fachinformation der Betäubungssalbe EMLA® wurde jungfräulich frisch, nämlich erst am 22. Juli 2013, ein neuer Absatz unter 5.1 eingefügt mit dem Wortlaut:

      Es liegen nur begrenzte pädiatrische Daten zur Anwendung von Emla auf der Vorhaut vor einer Beschneidung männlicher Neugeborener vor. In einer monozentrischen, doppel-blinden, randomisierten Studie bei 68 männlichen Neugeborenen wurde durch die Anwendung von 1 g Emla im Vergleich zu Placebo ein signifikanter Unterschied hinsichtlich der Schmerzreduktion beobachtet, demonstriert anhand reduzierter Gesichtsaktivität, Reduktion der Schreidauer und Verringerung der Herzfrequenz. Bei einer Verweildauer von 60 bis 80 Minuten auf der Vorhaut traten in der Emla-Gruppe Methämoglobin-Plasmakonzentration vergleichbar der Placebo-Gruppe auf (Emla 1,3 % +- 0,6 vs. Placebo 1,3 % +- 0,2).

      Seltsame "Erkenntnisse", nicht wahr? Woher stammen diese Daten denn eigentlich?

      Es ist davon auszugehen, dass sie aus einer Promotionsarbeit von Anna Taddio (“Clinical Pharmacology of Lidocaine-Prilocaine Cream in Infants“ zur Erlangung des Doktortitels Philosophie, 1997) stammen, und zwar deswegen, weil alle darin enthaltenen Daten ausnahmslos mit denen aus einer dem BfArM vorgelegten Studie übereinstimmen.

      Hier fängt es nun an, ganz seifig zu werden. Denn zum einen stimmen die "Erkenntnisse" von Frau Taddio gar nicht mit den aktuellen Forschungsergebnissen überein. Und zum anderen dankt die Dame am Ende ihrer Arbeit - u.a. wem für die nette Unterstützung? Der Astra Pharma Canada. Ihr ahnt es. Dieses Unternehmen stellt die EMLA-Salbe her.

      Hinzu kommt nun das, worüber eingangs hier berichtet worden ist: EMLA-Salbe ist für Neugeborenen-MGM völlig ineffizient, eine Tatsachenfeststellung, die zwingend in der Fachinformation hätte Erwähnung finden müssen.
    • werner schrieb:

      Diese Aussage einer supranationalen Behörde hätte wahrlich ein Ausrufezeichen verdient.
      Ja, es verdient ein Ausrufezeichen. Und das ist nun nachgeholt.
      • Die Vorhaut kann mit einer Rosenknospe verglichen werden. Wie eine Rosenknospe wird sie erst blühen, wenn die Zeit gekommen ist. Niemand öffnet eine Rosenknospe, um sie zum Blühen zu bringen (Dr. med. H. L. Tan).
      • Alle Wahrheit verläuft in drei Stadien: Im ersten wird sie verlacht. Im zweiten wird sie vehement bekämpft. Im dritten wird sie als selbstverständlich anerkannt (Arthur Schopenhauer).
      • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
    • Ich finde es ja besonders bemerkenswert, dass Frau Taddio ihre von Astra Zeneca gesponserte Dissertation zur Erlangung eines Doktortitels für -Achtung - Philosophie (!) vorlegte. Aha. Fassen wir das mal zusammen: die Frau Philosophin behauptet, EMLA-Salbe habe für Neugeborenenbeschneidungen ausreichend anästhesierende Wirkungen. Astra Zeneca greift das auf und es wird vollkommen ungeprüft in eine veritable Fachinformation hereingeschmiert. Und das, obwohl die EMA eindringlich auf das Gegenteil hinweist und hierfür auch die Evidenz anhand der aktuellen Studienlage belegt.
    • Achtung: Ein amerikanischer (oder kanadischer) "Ph.D." entspricht dem deutschen "Dr." Titel, und den kann man in ganz unterschiedlichen Disziplinen erwerben. Das heisst nicht, dass Taddio Philosophie studiert hat und dann in die klinische Pharmazie "quereingestiegen" ist. Auch Chemiker und Physiker erwerben nach einem Studium der Chemie oder Physik einen "Ph.D".

      de.wikipedia.org/wiki/Ph.D.

      Das nimmt aber nichts von der Kritikwürdigkeit an ihren Studienergebnissen, ihren möglichen Interessenkonflikten und vor allem am Umstand, dass diese 16 Jahre alten, zweifelhaften 'Erkenntnisse' in eine aktuelle Fachinformation eingang gefunden haben.
    • Wenn man bedenkt, dass in den 1990er Jahren die Stimmen zum Schmerzempfinden des Säuglings immer lauter wurden, muss es den amerikanischen Beschneidungsärzten wie ein Geschenk des Himmels vorgekommen sein, dass jemand den Einsatz eines Betäubungsmittels "wissenschaftlich" unterfüttert hat.

      Frau Taddio ist übrigens immer noch sehr aktiv.

      ispp2013.org/tuesday-18-june
      "Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!" K.M.
    • Frau Taddio kann auch anders

      "Pain of circumcision is only partially relieved by single modalities, such as penile nerve block, lidocaine-prilocaine cream, and sucrose pacifiers."
      "Infants circumcised with the Mogen clamp and combined analgesia have substantially less pain than those circumcised with the Gomco clamp and lidocaine-prilocaine cream. Because of the immense pain during circumcision, combined local anesthesia and analgesia using the Mogen clamp should be considered."

      ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10850512

      Frau Taddio ist bis heute eine internationale Kapazität in kindlicher Schmerzforschung. Man kann sie mit diesen Zitaten als Kronzeugin anrufen.


      Und hier eine interessante Diskussion im Anschluss an die genannte Untersuchung, ob es ethisch vertretbar ist, an Kindern, die nicht aus medizinischen Gründen beschnitten werden, herumzuforschen.


      courtchallenge.com/letters/taddio1.html#dickens
      "Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!" K.M.
    • panther schrieb:

      Ergebnis der Studie: "Lidocaine–prilocaine cream is efficacious and safe for the prevention of pain from circumcision in neonates." So argumentiert ja auch die AAP: "Besser als ganz ohne Betäubung" = effektive Anästhesie. Gleichzeitig erwähnt man dann nur am Rande, dass ein Peniswurzelblock effektiver ist, was nach Auffassung der AAP natürlich kein Grund ist, EMLA nicht als effektive Anästhesie zu betrachten. Einfach irre.
      Bezeichnend, dass sich auch die AAP auf die Argumentation der Studie eingelassen hat, obwohl anderes Material zur Verfügung steht, das zu einem konträren Ergebnis führt.
      • Die Vorhaut kann mit einer Rosenknospe verglichen werden. Wie eine Rosenknospe wird sie erst blühen, wenn die Zeit gekommen ist. Niemand öffnet eine Rosenknospe, um sie zum Blühen zu bringen (Dr. med. H. L. Tan).
      • Alle Wahrheit verläuft in drei Stadien: Im ersten wird sie verlacht. Im zweiten wird sie vehement bekämpft. Im dritten wird sie als selbstverständlich anerkannt (Arthur Schopenhauer).
      • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
    • Vielleicht Akkupunktur?

      "Acupuncture may provide an effective nonpharmacological approach for the treatment of pain in neonates, even moderate or severe pain, and should be considered for inclusion in a graduated multidisciplinary algorithm for neonatal pain management."


      sciencedirect.com/science/article/pii/S0146000507000742
      "Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!" K.M.
    • Reinhard Merkel vor einem Jahr

      sueddeutsche.de/wissen/beschne…eines-anderen-1.1454055-2
      Aber so leicht ist das nicht zu verwirklichen. In einem wissenschaftlichen Beitrag für die Zeitschrift Anaesthesia and Intensive Care haben zwei australische Anästhesisten im Mai dieses Jahres nicht nur die Praxis der betäubungslosen Beschneidung "inakzeptabel" genannt, sondern auch auf die großen Schwierigkeiten einer wirksamen Narkose hingewiesen.
      Sicher für eine ausreichende Betäubung sei nur die Vollnarkose. Bei Neugeborenen schaffe diese freilich ein beträchtliches und für einen medizinisch nicht indizierten Eingriff daher unerlaubtes Todesrisiko. Hoffnungslos unzulänglich sei die verbreitete Anwendung lokalanästhetischer Cremes wie des "Lignocain-Prilocain"-Präparats "EMLA". Allenfalls mit bestimmten Techniken der vollständigen Nervenblockade im Penisbereich könne eine effiziente Teilnarkose gelingen. Sie sei nur von speziell ausgebildeten Anästhesisten zuverlässig zu handhaben.
      • Die Vorhaut kann mit einer Rosenknospe verglichen werden. Wie eine Rosenknospe wird sie erst blühen, wenn die Zeit gekommen ist. Niemand öffnet eine Rosenknospe, um sie zum Blühen zu bringen (Dr. med. H. L. Tan).
      • Alle Wahrheit verläuft in drei Stadien: Im ersten wird sie verlacht. Im zweiten wird sie vehement bekämpft. Im dritten wird sie als selbstverständlich anerkannt (Arthur Schopenhauer).
      • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
    • Genau, die Fakten waren schon vor Verabschiedung des Verstümmelungsgesetzes bekannt:

      Eine wissenschaftliche Schimäre

      Im Mai dieses Jahres erschien in der Zeitschrift „Anaesthesia and Intensive Care“ die jüngste und bislang umfassendste wissenschaftliche Auswertung sämtlicher Studien über die Frage der hinreichenden Schmerzbekämpfung bei Beschneidungen von Säuglingen und Kleinkindern. Emla, so schreiben die Autoren, zwei australische Anästhesisten, habe gewisse schmerzlindernde Effekte und sei besser als nichts. Effizienten lokalanästhetischen Methoden, etwa einer Ringblockade der Nerven um den Genitalbereich, sei es aber „substantiell unterlegen“. Der Betäubungseffekt von Emla bei frühkindlichen Beschneidungen sei vielmehr hoffnungslos unzulänglich. Bei einer Testreihe mit älteren Knaben hätten 25 Prozent der Teilnehmer sogar den weit geringeren Schmerz des bloßen Lösens der Vorhaut aus deren Verklebung mit der kindlichen Eichel trotz Emla-Betäubung nicht ertragen können. Dies bestätige die Befürchtung, dass Emla als Schmerzmittel bei frühkindlichen Beschneidungen untauglich sei.


      faz.net/aktuell/politik/die-ge…ima-moralia-11971687.html

      Und Merkel bringt es auf den Punkt:

      Beiläufig erwähnt der Entwurf den Umstand, dass in Israel Beschneidungen an Kindern, die älter als sechs Monate sind, nur unter Narkose durchgeführt werden. Vollnarkosen bei Neugeborenen sind gefährlich und ohne medizinische Indikation unzulässig. Aber die naheliegende Frage, warum sie für Beschneidungen vorgeschrieben werden, sobald sie nur irgend möglich und vertretbar sind, stellen sich die Verfasser des Entwurfs offenbar nicht.


      Wir haben mal wieder eine neue Form des minder schützenswerten "menschlichen Lebens": Vor dem sechsten Monat nach der Geburt kann man so einen Balg doch nicht für voll nehmen! :cursing:
      Zwischentöne sind Krampf
      im Anti-Verstümmelungskampf
    • "Im Mai dieses Jahres erschien in der Zeitschrift „Anaesthesia and Intensive Care“ die jüngste und bislang umfassendste wissenschaftliche Auswertung sämtlicher Studien über die Frage der hinreichenden Schmerzbekämpfung bei Beschneidungen von Säuglingen und Kleinkindern."
      Es handelt sich um die oben schon zitierte Studie von Paix und Peterson.


      aaic.net.au/Document/?D=20110586
      "Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!" K.M.
    • Die Studie Paix/Peterson war wesentliche Grundlage der "ethisch inakzeptabel"-Bewertung der EMA.

      Latasch hat im Ethikrat das Schmerzempfinden Neugeborener nicht in Abrede gestellt, sondern sogar bestätigt. Er hat aber den Eingriff der Neugeborenenzirkumzision in seinem Vortrag dann bagatellisiert und als "Betäubungsverfahren" die Methode Zuckerwasser propagiert. Seine Referenzstudien kommen aus dem Hospital for Sick Children in Toronto, das uns allen inzwischen als erste Adresse für solche Versuche bekannt ist:

      1. Harrison D, Stevens B, Bueno M, Yamada J, Adams-Webber T, Beyene J, Ohlsson A: Efficacy of sweet solutions for analgesia in infants between 1 and 12 months of age: a systematic review. Arch Dis Child 2010;95: 406-413

      2. Bueno M, Stevens B, Ponce de Camargo P, Toma E, Lucia V, Krebs J, Fumiko Kimura A: Breast milk and Glucose for Pain Relief in Preterm Infants: A Noninferiority Randomized controlled Trial. Pediatrics 129, Nr. 4 (2012)

      zu 1. Die Studie „Efficacy of sweet solutios for analgesia in infants between 1 and 12 months of age“ bezieht sich — wie bereits der Titel ausweist — nicht auf Neugeborene. Die Studien der Untersuchung waren sehr inkonsistent. Aussschließlich der Schmerz einer Impfung war Grundlage der Messungen, andere schmerzhafte Prozeduren wurden explizit ausgeschlossen. Schreidauer und Herzfrequenz waren die Meßgrößen. Über die “Wirksamkeit” der Zuckerlösung sagt bereits der folgende Satz alles: “Pain reduction was primarily evident in the period immediately following completion of the procedure, rather than during the procedure.” Bereits bei etwas schmerzhafteren Prozeduren wie dem Legen von Blasenkathetern oder Venenpunktionen blieb ein auch nur geringfügiger Effekt der Zuckerlösungspräparation der Kinder vollständig aus.

      zu 2. Untersuchungspopulation der Studie „Breast Milk and Glucose for Pain Relief in Preterm Infants“10 waren Frühgeborene der 34. – 36. Schwangerschaftswoche, also ebenfalls keine reifen Neugeborenen. Beginn der Datenerhebung war erst 30 Sekunden nach erfolgter Fersenblutabnahme. Eine Zirkumzision war auch in dieser Studie nicht Gegenstand der Untersuchung. Meßgrößen waren so objektive Größen wie „Schreibeginn“ und „prozentuale Abweichung der Schreidauer“ von Muttermilch gegen Zuckerlösung, wobei die Wirkung von Zuckerlösung schlicht vorausgesetzt und nicht bewiesen wurde.

      Weitere Belege für seine Behauptungen zur Wirksamkeit von Zuckerlösungen gegen Operations-schmerzen brachte Prof. Latasch nicht bei.
    • European Medicines Agency schrieb:

      The CHMP
      noted that efficacy and safety of EMLA in the paediatric population has not indisputably been demonstrated and was of the view that
      information regarding the non-recommendation
      for the use of EMLA on genital skin for children is missing and should
      also be introduced in section 4.2,
      4.4
      and 5.1.
      The paediatric work sharing SE/W/008/pdWS/001 Assessment Report also
      states that the available data on the use
      of EMLA for circumcision demonstrate insufficient analgesic efficacy for this indication
      thus deletion of a respective wording
      in section 4.4 as proposed by the MAH was supported. The non-recommendation
      for circumcision was introduced in section
      s 4.2
      , 4.4 and 5.1.

      European Medicines Agency schrieb:

      Safety and efficacy for the use of EMLA on genital skin and genital mucosa have not been established in children younger than 12 years. Available paediatric data do not demonstrate adequate efficacy for circumcision.

      ema.europa.eu/docs/en_GB/docum…_cream_30/WC500180464.pdf

      Und was behauptet die englischsprachige Wikipedia, Stichwort "Emla"?


      Wikilügia schrieb:

      Circumcision
      Lidocaine/prilocaine eutectic mixture is used during circumcision in newborn boys and is considered efficacious and safe for the prevention of pain from circumcision.
      Mit Verweis auf - tätä! - die berüchtigte unethische Taddio-Kinderquäl-Studie "Sponsored by Hersteller"

      "efficacious", sicherlich. Aber nur für Astra, nicht für die kleinen Jungen.

      "Prevention" ist so was von dreist. Natürlich kann Emla keine Schmerzen verhindern. Die Babys brüllen ja auch bei Applikation der Alibi-Salbe.
      Zwischentöne sind Krampf
      im Anti-Verstümmelungskampf
    • Schaut man sich mal die Versionsgeschichte des Wiki-Artikels an.

      Angelegt: Mai 2004.
      Achteinhalb Jahre kein Wort von "Circumcision"

      Dann am 18.12.2012‎ kommt eine IP-Nummer 108.199.118.12 daher und fügt mit dem Hinweis "Clinical Use" einen Unterpunkt "2.3 Circumcision" ein.

      Lidocaine/prilocaine eutectic mixture is used during circumcision in newborn boys and is considered efficacious and safe for the prevention of pain from circumcision.<ref>ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10796371</ref><ref>ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9110906</ref>
      Eine "Verhütung" oder "Unterbindung" von Schmerz geht aber aus den verlinkten Studien gar nicht hervor, sondern höchstens eine geringfügige Linderung - und auch die fragwürdig wegen der wenig objektiven, auslegungsfähigen Parameter.

      Ein User mit der IP 68.2.151.166 ändert das am 9.6.2013 um in

      ...is used during circumcision in newborn boys and is considered efficacious and safe for the prevention of '''some''' of the pain from circumcision.
      Und fügt noch hinzu:


      When an anesthetic is used, it relieves only some but not all of the pain, and its effect wanes before the post-operative pain does. The most effective form of anesthetic involves injections into the penis
      Der Artikel war zuvor neun Tage lang nicht geändert worden.
      Und jetzt passiert das spannende - diese korrigierende Änderungen werden innerhalb von nur 18 Minuten von dem "Trusted User" Tentinator - der sich schon in der Wikilügia-Hierarchie ein Stück hochgebuckelt hat hinweggefegt mit der Bemerkung


      (Reverted good faith edit(s) by 68.2.151.166 using STiki)

      Das heißt Tentinator hatte STiki darauf angesetzt ihm alle Änderungen an diesem eigentlich ziemlich nebensächlichen und wenig frequentierten Artikel anzeigen zu lassen.

      Da passen also Leute auf wie die Schießhunde, dass da bloss nichts halbwegs richtiges drinsteht.
      Wenn es denn irgendwas mit Babyverstümmeln zu tun hat.
      Zwischentöne sind Krampf
      im Anti-Verstümmelungskampf
    • The topical anesthetic EMLA cream is a useful, efficient and safe tool for minor surgical procedures of the penis at the office setting, with the exception of circumcision, where an additional type of anesthesia is likely to be necessary
      Ja erwachsene Männer, das sind ja bekanntlich Memmen, Heulsusen. Aber Babys, die sind noch hart im nehmen! Halt noch nicht verweichlicht.

      Komischerweise habe ich den umgekehrten Eindruck, dass ich als Kind viel schmerzempfindlicher war als heute.

      urologyannals.com/article.asp?…ge=149;aulast=Gyftopoulos
      Zwischentöne sind Krampf
      im Anti-Verstümmelungskampf
    • Wie der Bundestag hinters Licht geführt wurde.

      Bilkay Öney vor dem deutschen Bundestag:

      Bilkay Öney schrieb:

      Bezüglich des Eingriffs durch den sogenannten Mohel kamen die Sachverständigen zu dem Ergebnis, dass der Einsatz bestimmter Salben den Regeln der ärztlichen Kunst entspricht und eine ausreichende Schmerzbehandlung sicherstellt.
      Das ist eine dicke fette, freche Lüge!

      Keiner der Sachverständigen hat festgestellt, dass irgendwelche Salben als "Schmerzbehandlung" bei Zirkumzisionen den Regeln der ärztlichen Kunst entsprechen. Er würde sich auch lächerlich machen

      Lediglich Christoph Graf vom jüdischen Krankenhaus Berlin hat vorm Rechtsausschuss erklärt, dass im JKB bei Säuglingen unter 14 Tagen Emla zum Einsatz kommt. Nicht, dass diese Anwendung den Regeln der ärztlichen Kunst entspricht. EMLA hat zu diesem Zweck gar keine Zulassung, es handelt sich um eine Off-Label Anwendung. Im übrigen widerspricht die Art und Weise wie Emla lt. Graf im JKB angewendet wird ausdrücklich den Anwendungsvorschriften des Herstellers.
      Bei einem Kind älter als 14 Tage wendet das JKB lt. Graf NUR Vollnarkose an.

      Das muss doch einen Grund haben!

      Aber wenn ein Mohel einen fünfeinhalb Monate alten Jungen die Vorhaut abschneidet, was er lt. Gesetz darf, dann hat er gar nichts anderes zur Verfügung als maximal Emla. PWB kann er nicht, darf er nicht, Vollnarkose schon gar nicht.

      Was denn nun?

      Und Deusel vorm Rechtsausschuss? Kein Wort zu Emla.
      Und Mayzek vorm Rechtsausschuss? Kein Wort zu Emla.


      Oliver Hakenberg, dt. Gesellschaft für Urologie, vor dem Rechtsausschuss:

      Oliver Hakenberg schrieb:

      Eine operative medizinische Zirkumzision stellt die
      gleichen Anforderungen wie andere operative Eingriffe, also Sterilität und Schmerzfreiheit. Letztere
      kann durch Lokalanästhesie (Umspritzung des Penis) oder Vollnarkose herbeigeführt werden
      Beides steht einem nicht-ärztlichen "Beschneider" überhaupt nicht zur Verfügung. Hakenberg sagte auch nicht "kann unter anderem durch..".


      Wolfram Hartmann, Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte vor dem Rechtsausschuss:

      Wolfram Hartmann schrieb:

      Die von Befürwortern der Neugeborenenbeschneidung zur Anästhesie immer wieder angeführte EMLA®-Creme, die die Schmerzempfindung der Neugeborenen auch
      nicht annähernd ausreichend ausschaltet, darf nicht auf die Genitalschleimhaut gelangen und bei Säuglingen mit Methämoglobinämie und G6PD-Mangel nicht angewendet werden. Auch aus diesem Grund ist der Regierungsentwurf strikt abzulehnen.
      Zu den anästhesiologischen Aspekten verweise ich auch auf die Stellungnahme von Frau Dr. Birgit Pabst zu den Handlungsempfehlungen des Arbeitskreises Kinderanästhesie der Deutschen Gesellschaft für Anästhesie und Intensivmedizin (DGAI), die dem Rechtsausschuss des Deutschen Bundestages für diese Anhörung zugeleitet worden ist.
      Ja, zugeleitet - und gleich in die Tonne getreten...

      Die Bundesärztekammer in ihrer Stellungnahme:

      Bundesärztekammer schrieb:

      Zu 5.
      Die Schmerzfreiheit entsprechend den Regeln der ärztlichen Kunst
      (einschließlich etwaiger Anästhesie) zu gewähren und zugleich die
      Schmerzfreiheit umfänglich sicherstellen zu wollen, ist, wie in Absatz 2
      angedacht, nicht umsetzbar.

      Wer definiert jetzt die "Regeln der ärztlichen Kunst", die Bundesärztekammer oder irgendein Christoph Graf?

      Aus all dem wird bei Integrationsministerin Bilkay Öney
      Bezüglich des Eingriffs durch den sogenannten Mohel kamen die Sachverständigen zu dem Ergebnis, dass der Einsatz bestimmter Salben den Regeln der ärztlichen Kunst entspricht und eine ausreichende Schmerzbehandlung sicherstellt.

      Das ist un-verschämt.


      Was ist für Bilkay Öney unverschämt? Wenn gegen die MGM das Kindeswohl ins Feld geführt wird:


      DasLetzte schrieb:

      Das Argument mit dem Kindeswohl sei für sie fadenscheinig. "Als hätten Juden und Muslime das Kindeswohl nicht im Blick. Das finde ich unverschämt."



      Bilkay Öney schrieb:

      „Meine Eltern waren immer der Auffassung, dass Religion der Menschheit mehr Schaden gebracht hat als Nutzen“

      PS: Vielleicht noch interessant zu erwähnen, dass im gesamten Protokoll der Ausdruck "Schmerz" gerade mal zwei mal ("Schmerzbehandlung", "unnötige Schmerzen") auftaucht, der Ausdruck "Betäubung" gar nicht.

      Dass Schmerzen durch eine nicht indizierte Op "unnötige Schmerzen" sind sollte eigentlich selbsterklärend sein .

      Eine operative medizinische Zirkumzision stellt die
      gleichen Anforderungen wie andere operative Eingriffe, also Sterilität und Schmerzfreiheit.
      Hakenberg bringt auf den Punkt, was die Regeln der ärztlichen Kunst erfordern: nicht irgend eine Schmerzbehandlung, sondern Schmerzfreiheit!
      Zwischentöne sind Krampf
      im Anti-Verstümmelungskampf
    • Selbstbestimmung schrieb:

      Hakenberg bringt auf den Punkt, was die Regeln der ärztlichen Kunst erfordern:
      Nein, ich finde da fehlt noch was, ein Punkt,...jede nicht absolut med. indizierte Operation (Beschneidung) an nicht einsichts- und einwilligungsfähigen Menschen widerspricht den Regeln der ärztlichen Kunst...

      (wenn alle Ärzte irgendwas auf die von ihnen geleisteten Eide, Medizinethik, Moral oder Anstand geben würden...)
      Die Lüge ist schon dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe angezogen hat. (Mark Twain)
    • Urolüge schrieb:

      Nein, ich finde da fehlt noch was, ein Punkt,...jede nicht absolut med. indizierte Operation (Beschneidung) an nicht einsichts- und einwilligungsfähigen Menschen widerspricht den Regeln der ärztlichen Kunst...
      Völlig richtig, ich meinte das auch nur auf die Regeln der ärztlichen Kunst bzgl. Betäubung bezogen. Ob ein PWB bei einem Kind angemessen ist kann man allerdings auch stark bezweifeln.
      Aber du darfst nicht vergessen, Hakenberg war oder ist noch Generalsekretär der Deutsche Gesellschaft für Urologie.
      Und nicht wenige Urologen verdienen bestes Geld an der nicht-indizierten Genitalverstümmelung von kleinen Jungen.
      Und für solche Urologen sind nicht-ärztliche "Beschneider" Konkurrenz.
      Letztlich ist sich jede Lobby selbst am nächsten.
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      im Anti-Verstümmelungskampf
    • Keine Betäubung, LA, PWB oder Vollnarkose ist ohne absolute med. Indikation bei einem Kind angemessen. Gerade Vollnarkosen sind der Hammer für Kinder, was die in der Entwicklung alles anrichten können weiß man nicht und will es wahrscheinlich auch gar nie wissen...

      Prof. Dr. Oliver Hakenberg soll dann mal seine ganzen Urologen aufklären, über das was er in seiner Stellungnahme an den Bundestag schrieb, wenn er schon deren Generalsekretär ist, dass das Frenulum bei einer Beschneidung wenn möglich zu erhalten sei. Leider ist dies denn wenigsten Urologen der DGU möglich, weil sie es nicht können (oder zu doof dafür sind...)

      zwangsbeschneidung.de/archiv/e…ellungnahme_Hakenberg.pdf

      "Das sogenannte“ Vorhautbändchen“ (Frenulum) an der Unterseite zwischen Eichel und Penishaut soll bei einer
      Beschneidung nicht entfernt werden."

      Und was dieser Generalsekretär bei dem Abrechnungsbetrug bei Beschneidungen verlauten ließ, war ja nur noch schlecht, primitive Rechtfertigungsversuche...

      urologenportal.de/newsboard_fa…artikel+M5bc72753d75.html

      "Die pathologische Untersuchung einer entfernten Vorhaut sei nur in Ausnahmefällen sinnvoll. „Wenn sie nur zu eng war, ist eine Gewebeuntersuchung nutzlos und widerspricht damit dem Wirtschaftlichkeitsgebot des Sozialgesetzbuches, wonach nur medizinisch sinnvolle und notwendige Leistungen erbracht werden sollen."

      Wenn die Vorhaut nur eng war, ist eine Beschneidung auch nutz und sinnlos...
      Liebe Urologen
      ERBRINGT ENDLICH NUR MEDIZINISCH SINNVOLLE UND NOTWENDIGE LEISTUNGEN!
      Die Lüge ist schon dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe angezogen hat. (Mark Twain)
    • Da nicht-indizierte Operationen an Kindern nicht grundrechtens sind, braucht man sich auch über die Betäubung bei solchen Ops keine Gedanken zu machen. Die gehören allesamt verboten.
      Bei indizierten Zirkumzisionen ist eine Vollnarkose für das Kind aber m.E. weniger traumatisch.

      Urolüge schrieb:

      Gerade Vollnarkosen sind der Hammer für Kinder, was die in der Entwicklung alles anrichten können weiß man nicht und will es wahrscheinlich auch gar nie wissen...
      Kann natürlich sein, dass ich ohne die Vollnarkosen heute Nobelpreisträger wäre, wer weiß? ^^
      Als "Hammer" habe ich aber nur die Äthernarkose empfunden. Das war schon damals völlig obsolet. Die fachgerechte empfand ich als völlig problemlos.
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      im Anti-Verstümmelungskampf
    • Selbstbestimmung schrieb:

      Da nicht-indizierte Operationen an Kindern nicht grundrechtens sind, braucht man sich auch über die Betäubung bei solchen Ops keine Gedanken zu machen. Die gehören allesamt verboten
      Stellt sich die Frage was indizierte Ops sind...Wenn einem 3 HNOs absolut dringend eine Mandelentfernung an deinem Nachwuchs empfehlen und ein eher antroposophisch angehauchter Mediziner meint "Das bekommen wir wahrscheinlich ziemlich sicher OHNE Op hin" und der dann Recht hatte...
      (vor Einführung der Fallpauschale gab es einen "Bettenberg" in den Krankenhäusern...einer sagte mal vor Einführung der Fallpauschale hatten wir Freiheitsberaubung und jetzt Körperverletzung...)

      Selbstbestimmung schrieb:

      Bei indizierten Zirkumzisionen ist eine Vollnarkose für das Kind aber m.E. weniger traumatisch.
      Das denke ich auch. Aber was sind indizierte Zirkumzisionen bei Kindern? Ich glaube die gibt es fast nicht, und wenn, dann muss die Abwägung genauso sein, als ob es sich um die Amputation eines Beines oder eines Armes handelt. Nie leichtfertig und nie Routine...

      Operative eingriffe bei Kindern nur unter absoluter med. Indikation. und eine Erweiterungsplastik bei einem Kind weil die Vorhaut nur eng ist, ist für mich auch keine Indikation. Das Risiko der Narkose, und dann : Zuwas braucht ein 5jähriger eine zurückziehbare Vorhaut? Und das Risiko wenn die Vorhaut nicht regelmäßig zurückgezogen und bewegt wird und sich wieder eine Enge bildet ist wirklich hoch...und dann heißt es natürlich von den Ärzten das haut eh nicht hin, die kommen irgendwann alle wieder und dann beschneiden wir. Aber dann gleich richtig und alles...

      Selbstbestimmung schrieb:

      Kann natürlich sein, dass ich ohne die Vollnarkosen heute Nobelpreisträger wäre, wer weiß?
      Da bin ich mir sicher ;)
      Die Lüge ist schon dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe angezogen hat. (Mark Twain)
    • Urolüge schrieb:

      Stellt sich die Frage was indizierte Ops sind
      Ja klar, das wird viel zu lax gehandhabt. Das Argument, wenn die Eltern Bedenken haben ist dann regelmäßig: "Die Juden und Muslime machen das sogar mit allen Jungen so und der Gesetzgeber hat das auch ohne Indikation erlaubt, das kann ja wohl nicht schädlich sein".

      Deswegen sollte - außer in akuten Notfällen (Paraphimose lässt sich per Foto dokumentieren) - eine Voranmeldung einer geplanten Zirkumzision zur Pflicht gemacht werden.
      Wo die Indikation dann wenigstens stichprobenartig von einem "Kinder-Ombuds-Arzt" überprüft wird.
      Fällt ein Urologe mehrfach durch Fehlindikationen auf, wird ihm die Approbation entzogen.
      Wäre ruckz-zuck ein Ende mit dem Verstümmelungswahnsinn und der Geldschneiderei.

      Aber jetzt sind wir doch irgendwie vom Thema des Threads "Emla inakzeptabel" abgekommen.
      Zwischentöne sind Krampf
      im Anti-Verstümmelungskampf
    • Selbstbestimmung schrieb:

      Wo die Indikation dann wenigstens stichprobenartig von einem "Kinder-Ombuds-Arzt" überprüft wird.
      Es braucht keinen Arzt der das überprüft...es braucht einheitliche Standards, bei der Ausbildung von Ärzten bezüglich Aufbau, Struktur und Funktion der Vorhaut, und einheitliche Standards bei der Behandlung von Vorhautproblemen, und einheitliche Standards bei der Patientenaufklärung.

      Selbstbestimmung schrieb:

      Fällt ein Urologe mehrfach durch Fehlindikationen auf,
      Das sind für die keine Fehlindikationen...die können nicht anders und haben nichts anderes gelernt...wie meinte mal einer, glaub Dr. Kolja Eckert, das man im Studium nichts über die Vorhaut lernt, und in der Facharztausbildung nur wie man sie abschneidet...

      Selbstbestimmung schrieb:

      Wäre ruckz-zuck ein Ende mit dem Verstümmelungswahnsinn
      Ich glaube nicht das viele Urologen der Verstümmelung wegen beschneiden...die wissen es nicht besser, die glauben das die Vorhaut NUR Haut ist, eine Beschneidung nur Lifting für den Penis ist.

      die einen Urologen erzählen einem das Salben und Dehnen eh nichts bringe und nur beschneiden helfe...und einer sagte mir mal das er glaubt, dass die, denen es nicht geholfen hat nur nicht konsequent genug waren...
      Urologen bei denen ich schon war haben auch noch nie von der Existenz von Erweiterungsplastiken gehört...es fehlt an der Aus- Fort- und Weiterbildung bei den Urologen. Vor allem zum Willen dazu...ich Arzt, du nichts...

      Selbstbestimmung schrieb:

      Aber jetzt sind wir doch irgendwie vom Thema des Threads "Emla inakzeptabel" abgekommen.
      Stimmt, sorry
      Die Lüge ist schon dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe angezogen hat. (Mark Twain)
    • Urolüge schrieb:

      Es braucht keinen Arzt der das überprüft...es braucht einheitliche Standards, bei der Ausbildung von Ärzten bezüglich Aufbau, Struktur und Funktion der Vorhaut, und einheitliche Standards bei der Behandlung von Vorhautproblemen, und einheitliche Standards bei der Patientenaufklärung.
      Das eine schließt das andere doch gar nicht aus.
      Wie sagte schon Genosse Wladimir Iljitsch? "Aufklärung und Standards sind gut, Kontrolle ist besser!"
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      im Anti-Verstümmelungskampf
    • Selbstbestimmung schrieb:

      "Aufklärung und Standards sind gut, Kontrolle ist besser!"
      Stimmt absolut, aber wo fängst du an, wo hörst du auf...Kontrolle nur bei Beschneidungen oder allen Eingriffen am kindlichen Genital, oder allen geplanten operativen Eingriffen an Kindern...eigentlich allen geplanten operativen Eingriffen, auch bei Erwachsenen wegen unseres tollen Gesundheitssystems? Früher gab es umso mehr Kohle, je länger der Patient in der Klinik lag...damals hatten wir Freiheitsberaubung...mit Einführung der Fallpauschale wurde Körperverletzung lukrativ. Da läuft so viel Sch..., wo fängste an...

      Aufklärung und Standards sind gut und notwendig...wenn es sie nur geben würde (zumindest mal im Bereich Vorhaut/Erkrankung /Behandlung)
      Die Lüge ist schon dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe angezogen hat. (Mark Twain)
    • Es würde reichen wenn geltende Vorschriften eingehalten würden.
      Bei dermato-chirurgischen Eingriffen ist die Photo-Dokumentation (vorher Pflicht) wie auch ein pathologischer Befund (danach).
      Ich glaube es ist strenggenommen beides notwendig ist.
      Da wäre schon genügend Angriffsfläche, um diesen Beschneidungssumpf trockenzulegen.
      Wenn die KVen sich auch noch die Statistiken genauer anschauen würden, könnten Ihnen einige schwarze Schafe sehr schnell auffallen.
      Macht aber bislang keiner so richtig.
      • Die Vorhaut kann mit einer Rosenknospe verglichen werden. Wie eine Rosenknospe wird sie erst blühen, wenn die Zeit gekommen ist. Niemand öffnet eine Rosenknospe, um sie zum Blühen zu bringen (Dr. med. H. L. Tan).
      • Alle Wahrheit verläuft in drei Stadien: Im ersten wird sie verlacht. Im zweiten wird sie vehement bekämpft. Im dritten wird sie als selbstverständlich anerkannt (Arthur Schopenhauer).
      • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
    • Wurde das mit der Photodokumentation und des pathologischen Befundes eingeführt, um rituelle Beschneidungen auf Kassenkosten zu verhindern? Wobei aufgrund einer Phimose eigentlich NIE eine radikale Beschneidung notwendig ist, und eine Teilbeschneidung keinem Ritus genüge tut...

      Photo beweist, die Vorhaut war eng...na und? Der Beweis dafür, dass die Vorhaut eine Kindes radikal entfernt werden musste? Der Beweis dafür, dass die Vorhaut sich nicht erst in Pubertät geweitet hätte? Beweis dafür, dass eine Salben und Dehntherapie/Erweiterungsplastik/sparsame Teilbeschneidung nicht angeschlagen hätte...selbiges für den pathologischen Befund, der beweist auch nix (außer LS)...aber um LS feststellen zu können muss VORHER eine Biopsie gemacht werden, dass kann NIEMAND augenscheinlich diagnostizieren...

      Und bei welcher Amputation stellt sich die Frage WIEVIEL weggeschnitten werden soll? Normalerweise wird selbstverständlich NUR das entfernt, was unbedingt weg muss...
      Die Lüge ist schon dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe angezogen hat. (Mark Twain)
    • Das wurde in den 80gern eingeführt und überhaupt nicht wegen der Beschneidung.
      Die fällt eben nur in diese Kategorie.
      Hier die Suchergebnisse zum Thema, hier im Forum:
      beschneidungsforum.de/index.ph…light=dermatochirurgische
      • Die Vorhaut kann mit einer Rosenknospe verglichen werden. Wie eine Rosenknospe wird sie erst blühen, wenn die Zeit gekommen ist. Niemand öffnet eine Rosenknospe, um sie zum Blühen zu bringen (Dr. med. H. L. Tan).
      • Alle Wahrheit verläuft in drei Stadien: Im ersten wird sie verlacht. Im zweiten wird sie vehement bekämpft. Im dritten wird sie als selbstverständlich anerkannt (Arthur Schopenhauer).
      • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
    • Guy schrieb:

      Das wurde in den 80gern eingeführt und überhaupt nicht wegen der Beschneidung.
      dann hätten die im Jahr 2000 meinen Lappen auch ablichten oder untersuchen müssen? Nix mitbekommen...

      Selbstbestimmung schrieb:

      Weder Photo noch Histologie reichen aus um einem Arzt eine Fehldiagnose nachzuweisen. Das geht nur via 2. Begutachtung.
      JEDE beschwerdefreie Phimose ist eine Fehldiagnose...da braucht es keine 2. Begutachtung...

      Guy schrieb:

      Wenn die KVen sich auch noch die Statistiken genauer anschauen würden, könnten Ihnen einige schwarze Schafe sehr schnell auffallen.
      Macht aber bislang keiner so richtig.
      Stimmt, aber die haben doch auch keinen Bock. Hab da mit meiner Kasse auch schon ein wenig gesprochen...aber da fühlt sich keiner für zuständig, nur unnötige Scherereien/Arbeit...lass mer also wie es ist.
      Wirklich beschweren über die gängige Urologenpraxis tut sich bei denen auch keiner...
      Die Lüge ist schon dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe angezogen hat. (Mark Twain)
    • Error meinerseits.
      Das wurde um 2004/2005 eingeführt.
      Aber kaum jemand hat sich dran gehalten.
      • Die Vorhaut kann mit einer Rosenknospe verglichen werden. Wie eine Rosenknospe wird sie erst blühen, wenn die Zeit gekommen ist. Niemand öffnet eine Rosenknospe, um sie zum Blühen zu bringen (Dr. med. H. L. Tan).
      • Alle Wahrheit verläuft in drei Stadien: Im ersten wird sie verlacht. Im zweiten wird sie vehement bekämpft. Im dritten wird sie als selbstverständlich anerkannt (Arthur Schopenhauer).
      • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)