Wie ist die Beschneidung eigentlich entstanden?

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    • Ich möchte eigentlich zwischenzeitlich dazu tendieren, dass wir mit unseren Annahmen alle falsch und zugleich richtig liegen?!

      Ein Mensch entwickelt und verändert sich innerhalb seines Lebens und mit ihm auch seine Sexualität incl. seines Hormonhaushalts. Und dann ist eben jeder Mensch verschieden. Wer aufgrund der Einschränkung durch eine Beschneidung das Thema Sexualität für sich hormonell oder psychisch ad acta gelegt hat, wird sich kaum in einem Beschneidungsforum anmelden oder gar den Versuch einer Vorhautwiederherstellung in Erwägung ziehen.

      Umgekehrt ist natürlich auch nicht ausgeschlossen, dass jemand, der weder hier im Forum angemeldet ist, noch sonst für seine Situation Hilfe sucht, dennoch vom Gefühl geplagt ist, dass er nicht seine gewünschte sexuelle Befriedigung erreichen kann.

      Wir haben es vermutlich also mit zwei Bandbreiten zu tun, was eindeutige Schlüsse fast völlig unmöglich werden lässt. Und dies könnte im Umkehrschluss dann auch für die Entstehung der Beschneidung bedeuten, dass auch diese selbst parallel bzw. unter verschiedenen Prämissen von Menschen "erdacht" wurde.
      Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)
    • Ich würde eher in die Richtung tendieren zu sagen, dass die Beschneidung eher eine Sexualisierung des Lebens für die betroffene Person bedeutet, alleine aus dem Grund, weil Menschen eigentlich sehr wiederstandsfähige Kreaturen sind, die so etwas zentrales wie die eigene Sexualität nicht ohne weiteres aufgeben können/würden.

      Des weiteren lehne ich mich jetzt mal sehr weit aus dem Fenster und behaupte, dass Gesellschaften in denen die Mehrzahl der Männer beschnitten sind (obacht jetzt kommts, ich werte nicht) einen andere Perspektive auf Sexualität und Frauen haben und sich das Verhältnis zwischen Mann und Frau dadurch auch verändert. So sind die Frauen in solchen Ländern natürlich coabhängig, beziehungsweise Teil eines Verflechtungssystems welches auf die Beschneidung zurückzufühen ist, sich natürlich auch auf die Frauen auswirkt, denn die meisten Frauen sind nunnmal heterosexuell und brauchen Männer und Sex, genau wie umgekehrt.

      Der Mensch ist kreativ und die betroffenen Männer finden oft auch erfolgreich Wege damit umzugehen und führen trotzdem ein glückliches Leben, ebenso die Frauen. Ob sie jetzt bewusst oder unbewusst mit der Beschneidung leben und mit ihrer Sexualität umgehen sei dahingsetellt, ich denke eher es geschieht unterbewusst und ist daher auch nicht zu bewerten, weil das Bewusstsein für das Unrecht einer Beschneidung von der Masse nicht oder nur selten exisitiert.
    • Mut schrieb:

      Des weiteren lehne ich mich jetzt mal sehr weit aus dem Fenster und behaupte,...

      Bei der Suche nach den Ursprüngen, sollte man tatsächlich am Anfang erst mal zwei Thesen voranstellen. Die erste lautet, dass die Beschneidungen dem Betroffenen irgendwie helfen soll und die zweite besagt, dass die Beschneidung dem Betroffenen bewusst Schaden zufügen soll.

      Die erste These halte ich bereits deshalb für unwahrscheinlich, weil man ja Kinder zwangsbeschneidet. Einem Vorteil würden ja auch erwachsene Männer noch einwilligen. Tatsächlich wurden aber neben Kinder auch gerne Sklaven oder Kriegsgefangene zwangsbeschnitten.

      So gesehen würde ich Deine These sogar gerne rumdrehen und behaupten, dass die Beschneidung eine Ausgeburt eines stark von Sexualität geprägten Denkens ist. Schau Dir die Bibel an oder andere Bücher und deren Fixiertheit auf Sex. Religiöse Sexualmoral ist dann aus meiner Sicht das Produkt eines perversen Sexuallebens bzw. eines unterdrückten und daher fehlgeleiteten Sexualtriebs.

      Dennoch werden wir nie ausschließen können, dass es sowohl medizinische, arglistige wie gut gemeint und schlecht gemachte Argumente dafür gab, welche die Beschneidung vor tausenden von Jahren im Heidentum erstmals entstehen ließ. Was wir heute aber mit Sicherheit feststellen können, ist die Tatsache, dass jede Form von Zwangsbeschneidung (Beschneidung vor der Volljährigkeit) immer eine schwere Form der Körperverletzung darstellt.
      Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)
    • gin schrieb:

      In BIbel ist, dass, wenn Israel aus Ägypten ausgezogen ist, und er unter Führung Moyses war, dass die ganze Zeit die Israeliten keine Beschneidung praktiziert.

      Daher folgen ja heute die Juden und die Moslems auch dem Beispiel Abrahams und nicht dem von Moses ;)

      Ich denke aber, wenn man die Ursprünge der Beschneidung untersuchen will, darf man nicht in die Zeiten zurück gehen, als das alte Testament entstand. Das alte Testament hat nur aufgegriffen, was bereits existent war. Die Beschneidung ist kein originär jüdisches Ritual bzw. wurde dieses "heidnische" Ritual lediglich ins alte Testament übernommen.

      Aus diesem Grund tituliere ich ja auch immer wieder Bibelgläubige als abergläubische Menschen, weil sie dem Wort von Menschen aus unterschiedlichsten Epochen mehr Wert beimessen als ihrem eigenen inneren Glauben. Kein Mensch würde aus seinem inneren Glauben heraus auf die Idee kommen, einem Säugling die Vorhaut zu amputieren oder einem Jungen kurz vor Eintritt in die Pubertät die Vorhaut abzuschneiden. Dafür braucht es erst Menschen, welche andere mit Worten und "Tradition" manipulieren, damit sie zu dieser Schandtat fähig werden.

      Der Ursprung der Beschneidung versteckt sich daher hinter dem, was wir als vermeintlichen Ursprung wahrnehmen.
      Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)
    • Ganz ehrlich...eigentlich egal wie dieser Mist entstand? Wichtiger wie wir ihn wieder weg bekommen, dieses Ritual "demaskieren"?

      Jetzt noch herausfinden wie das entstand...unmöglich?

      Reicht doch eigentlich schon wie schnell die Ursprünge des amerikanischen Beschneidungsrituals in Vergessenheit gerieten?

      Wer hat schon mal einen Urologen gefragt (der vorher noch sagte, machen doch alle Juden, Moslems und Amerikaner, wenn es da Probleme gäbe, würde das doch keiner mehr machen...) wie das in den USA entstand? Mir konnte das keiner beantworten...und die Aussage von Kellogg wollte keiner dieser beschneidungsaffinen Herren hören oder wahrnehmen...
      Die Lüge ist schon dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe angezogen hat. (Mark Twain)
    • Urolüge schrieb:

      Ganz ehrlich...eigentlich egal wie dieser Mist entstand? Wichtiger wie wir ihn wieder weg bekommen, dieses Ritual "demaskieren"?

      Sicherlich wäre es eigentlich egal, wie dieser Schwachsinn entstanden ist. Ich finde es aber hilfreich, wenn man versucht den Ursprung zu skizzieren. Gerade bei der religiösen Beschneidung wäre es doch schon ein Fortschritt, wenn die ganzen Schriftheiden begreifen würden, dass sie Jahrtausende lang einem Götzenbild bzw. einem heidnischen Ritual nachgeeifert sind.

      Die Beschneidung ist definitiv nicht biblischen Ursprungs und damit weder originär mit dem Judentum, Islam oder Christentum (koptische Christen) verbunden. Und was nicht originär mit einer Religion verbunden ist, kann daher auch jederzeit wieder abgeschafft werden, ohne der ursprünglichen Religion damit Schaden zuzufügen.

      Bei der Sache mit der Sexualmoral nach Kelloggs muss sich jeder selbst fragen, ob er jemanden als Vorbild nehmen will, dessen perverses Verständnis von Sexualität im täglichen Klistier (Einlauf) ausartete. Entweder ist die USA extrem analfixiert (was ich bezweifle) oder es wäre an der Zeit, dass man dort mal darüber nachdenkt, was für Leute dort für die Verbreitung dieser Form der Amputation gesorgt haben.
      Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)
    • In Deutschland ist das z.B. die liberale Ibn Rushd - Goethe Moschee in Berlin. Sie gehört seit diesem Jahr zu den Unterstützern des World Wide Day of Genital Autonomy.
      genitale-selbstbestimmung.de/
      Man kann dafür gar nicht genug danken!
      Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
      Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
      Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
      tredition.de/autoren/clemens-b…-schnitt-paperback-44889/
    • @gin / @Weguer

      Auch ich finde es natürlich sehr positiv, wenn einige Moslems oder auch einige Juden oder die meisten Christen die Beschneidung ablehnen.

      Es geht hier aber um die Entstehung des Ritual der Zwangsbeschneidung und das hat so gar nichts mit den drei Weltreligionen zu tun, weil diese einfach noch nicht existiert haben, als dieses grausame Ritual bereits praktiziert wurde. Bei der Frage nach dem Ursprung, muss man daher wohl in die Zeit zurück gehen, von der es noch keine biblischen Überlieferungen gibt.
      Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)
    • NoCut schrieb:

      Sicherlich wäre es eigentlich egal, wie dieser Schwachsinn entstanden ist. Ich finde es aber hilfreich, wenn man versucht den Ursprung zu skizzieren. Gerade bei der religiösen Beschneidung wäre es doch schon ein Fortschritt, wenn die ganzen Schriftheiden begreifen würden, dass sie Jahrtausende lang einem Götzenbild bzw. einem heidnischen Ritual nachgeeifert sind.
      Verstehe ich das richtig...du siehst die Entstehung der Beschneidung quasi als wichtig, um Religion oder Glauben zu "demaskieren"?

      Jeder soll von mir aus die Religion oder den Glauben praktizieren und ausüben, den er für richtig hält. Aber niemand darf Religion oder Glauben als Vorwand hernehmen, um Grenzüberschreitungen gegenüber anderen zu rechtfertigen...das ist Missbrauch von Religion und Glaube

      Früher war Religion ein Regelwerk für das zusammenleben...heute haben wir Gesetze dafür...doch Missbrauch gab es damals wie heute?

      Es gab eine Zeit in diesem Land wo Gesetze schreckliches möglich machten...auf das zeigen heute noch Leute, machen Vorwürfe, nehmen dies als Vorwand...und herauskam ein Gesetz, welches gegen jede Rechtsstaatlichkeit verstößt, eigentlich besser in diese schreckliche Zeit passen würde? Und diesmal machen sich sogar Ärzte zu den ausführenden Schergen...
      Die Lüge ist schon dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe angezogen hat. (Mark Twain)
    • Doch hatte deine Antwort für mich sehr wichtige Sinn wegen der Berliner Moschee.

      Die Beschneidung ist sehr uralte Sache. Die Beschneidung haben schon manche Höhleleutengruppe aus einem magischen Grund gemacht in verschidenen Erdeteilen. In unserem Gebiet sie hat ihre Herkunft wahrscheinlich in Nubie, sie hat wieter Ägypten verbreitet, dort war aber ihre Verbreitung ganz allgemein als in Nubie und ihre Praktizierung hat sich verbreitet bis manche verschidene Mittelostteile. In helenistische Ära sie war ausser Juden nicht Praktiziert und sie hat wieder neu durch Islam verbreitet.

      Prophet Jeremias 9; 25n

      25 „Siehe! Tage kommen“, ist der Ausspruch Jehovas, „da will ich Abrechnung halten mit jedem Beschnittenen, [doch noch] in Unbeschnittenheit,*+26 [in Hinsicht] auf Ägypten+ und auf Juda+ und auf Ẹdom+ und auf die Söhne Ạmmons+ und auf Mọab+ und auf alle mit gestutztem Haar an den Schläfen, die in der Wildnis wohnen;+ denn alle Nationen sind unbeschnitten, und das ganze Haus Israel ist unbeschnittenen Herzens.“+

      Sie waren beschnittene, aber sie waren doch unbeschnittene, weil sie unbeschnittene Herz hatten.
    • @Urolüge

      Du siehst die Religion durch eine Art humanistische Brille. In Wahrheit ist Religion aber zu allem fähig, dem Guten wie dem Abscheulichen. Religion kennt die Nächstenliebe, die Barmherzigkeit, die Steinigung oder die Inquisition, um nur mal einige Stichworte zu nennen.

      Es ist u.a. eine Jahrtausende alte Tradition, dass Menschen mit Hilfe der Religion bevormundet und ihrem freien Denken beraubt werden. Die Beschneidung ist eines der Folterinstrumente, welche die Religionen in ihrer Kammer des Schreckens bei Bedarf bereit halten, um die Menschen für immer ihrer habhaft zu werden. Und die Beschneidung des Sexualtriebs in physischer wie geistiger Hinsicht ist ebenfalls Bestandteil aller Weltreligionen. Freie Sexualität gibt es selbst in den scheinbar liberaleren Religionen nicht, was beim Zölibat beginnt, beim Verbot des außerehelichen Geschlechtsverkehrs weitergeht und beim Verbot der Segensstiftung für homosexuelle Paar in der Evangelischen Württembergischen Landeskirche zeigt, dass viele die Bibel gelesen, aber nicht begriffen haben.

      Zwei der Weltreligionen behaupten nun aber auch noch großmäulig, dass ihre Religion nur möglich sei, wenn sie ein grausames Ritual an Kindern praktizieren, welches sie nur billig von Heiden abkopiert haben. Ist es hier nicht im Sinne der Aufklärung ein Bewusstsein dafür schaffen, dass die Behauptung, die Beschneidung sei ein elementarer Wesensteil dieser jeweiligen Religionen an Lächerlichkeit nicht zu überbieten ist. Der Ursprung ist wie Gin schreibt viel früher zu suchen und damit in der Zeit, als es selbst das Judentum noch nicht mal im Ansatz gab.

      Auch Deine Überlegung, dass Gesetze grundsätzlich die Aufgabe hätten, Gutes für eine Gesellschaft zu bewirken, hast Du mit Deinem Beispiel selbst widerlegt. Gesetze sind wie Religion gut oder böse und nicht selten kann ein Gesetz sogar beides beinhalten. Es ist beschriebenes Papier, auf dem alles denkbare als Regel festgehalten werden kann. So, wie die Beschneidung von den Verfassern des alten Testaments beobachtet, aufgeschrieben und am Ende zum Gesetz erklärt wurde.

      Die Frage nach dem Warum, geht daher viel weiter zurück und eine Religion, die Rituale praktiziert oder an Dogmen festhält, ohne diese zu hinterfragen, ist eine tote Religion. Ich finde es daher schon wichtig, gerade bei der Beschneidung nach dem Warum zu fragen, damit endlich allen bewusst wird, dass wir es hier nur mit einem heidnischen Brauch zu tun haben, der lediglich durch die Überlieferung der Bibel noch immer nicht in Vergessenheit geraten konnte.
      Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)
    • Wird man nie schlüssig klären.
      Mich interessiert eigentlich auch eher, wie sie endlich verschwindet, die "Beschneidung" von Kindern.
      Obwohl das menschliche Genie in verschiedenen Erfindungen mit verschiedenen
      Mitteln zu einem und demselben Ziel antwortet, wird es nie eine Erfindung weder schöner,
      noch leichter, noch kürzer als die der Natur finden, weil in ihren Erfindungen nichts fehlt und nichts überflüssig ist." Leonardo da Vinci